R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Alles zur Technik der 1150er Boxermodelle.
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sherkhan
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R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von sherkhan »

Hallo Zusammen.
War schon ewig nicht mehr hier - musste fleissig fahren.
Beim Reifenwechsel meinte der Schrauber meines Vertrauens: Da wird aber bald der Hinterachsantrieb fällig! ~€1000,- Spiel und Undichtigkeit.
Schock! Nach gerademal 110.000km.
Ich nehme an, dass es sich um die Lager handelt, keine Geräusche oder Vibrationen nur ein leichte Spiel ist zu spüren.
Frage:
Muss denn jetzt in jedem Fall das komplette HAG neu?
Gibt es Firmen die den HAG revidieren?

Danke und schönen Gruss aus der Schweiz

Armin
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gerd_
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von gerd_ »

Hi
Die 4 Lager + 2 Wellendichtringe kosten ca. 220EUR.
Dazu kommen ca. 3 h Arbeit wenn das HAG bereits ausgebaut ist.

Dass es nicht nur Spiel an den Lagern (2x 21,50 EUR + 1h Arbeit) an der Schwinge ist, hoffe ich zugunsten Deines Schraubers.

Weshalb sollte man ein neues HAG kaufen? Nur weil Dein Mechaniker nicht in der Lage ist es zu reparieren? Es repariert jede BMW-Werkstatt. Wenn ein Motor einen Schaden hat schmeisst man ihn ja auch nicht gleich weg und macht einen neuen rein.

Weshalb sollte es nicht distanziert werden müssen wenn Lager gewechselt werden? Die Fertigungstoleranzen sind minimal, also könnte man es "passend" konstruieren? Theoretisch ja, praktisch ist der Aufwand kleiner wenn man jedes einzelne distanziert. Und zwar nach jedem Eingriff der Einfluss haben könnte (also nicht wenn nur ein Wellendichtring gewechselt wird).

Ob ein neues HAG "unbedingt" perfekt distanziert ist, sei ebenfalls dahingestellt. Wenn es so gut gemacht ist wie die Grundeinstellungen der jeweils beiden Drosselklappen gleich gut sind, dann "Prost Mahlzeit".

Neu kostet es übrigens (in DE) 1032,10 EUR
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
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Toni
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von Toni »

Moin Gerd,

Die Frage ist was mit Ausdistanzieren überhaupt gemeint ist.

Wenn es dabei um den Radsatz geht, sprich um das Einstellen des Zahnflankenspiels sowie des Tragbilds, so bin ich da der Meinung, dass bei einem Lagerwechsel dieses nicht unbedingt nötig ist. Die Lager sind nämlich sehr genau gefertigt. Man kann ja sicherheitshalber das alte sowie das neue Lager messen. Als letzte Kontrolle kann man sich auch noch das Tragbild ankucken.
Beim 2-Ventiler(Zweiarmschwinge) habe ich wohl schon das Zahnflankenspiel und Tragbild nach Wechsel des Radsatzes eingestellt. Letztendlich muss man dabei einen guten Kompromiss finden, denn wenn man das eine verstellt, beeinflusst dieses auch das andere. Dabei muss man auch noch darauf achten, dass die Zahnspitzen keine Grundberührung bekommen.
Daher habe ich mir nur bei einem Lagerwechsel diese Arbeit nicht noch einmal gemacht, da ich das nicht für nötig befinde und da es dort hinterher auch keine Probleme gegeben hat.

Die Einarmschwingen (inkl. Paralever) haben anstelle des Nadellagers, welches dort spielfrei einzustellen ist, ein Kegelrollenlager das mit einer Vorspannung zu Gehäusedeckel einzustellen, sprich dort entsprechend auszudistanzieren ist.
Die entsprechende Tiefenlehre und einen geschliffenen Distanzklotz vorausgesetzt, dürfte das kein Hexenwerk sein.
Gruß Toni
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gerd_
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von gerd_ »

Hi
Wenn Du Dir das Tragbild ansiehst und im Zweifel die richtigen Entscheidungen triffst, dann hast Du ausdistanziert. U.U. ist ja keine Änderung notwendig. Nur kann mit dem Begriff "Tragbild ansehen" kaum eine Werkstatt etwas anfangen.
Prinzipiell hast Du ja nicht unrecht. Die Basis zum Ausdifferenzieren errechnet sich ja nach den am Radsatz vermerkten Werten. Wenn da "Dein Vorgänger" grenzwertig gearbeitet hat?
gerd
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Toni
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von Toni »

Nun, bei werksseitig montiertem Achsantrieb bin ich bis dato davon ausgegangen, dass die Einstellung wohl stimmen müsste.
Vielleicht war das früher auch so, aber wie man so hört, scheint es bei den 1200ern öfters Probleme am Achsantrieb zu geben, und da stellt sich die Frage, ob diese Probleme nicht von einer nicht korrekten Einstellung der betroffenen Bauteile herrühren, soll heißen, dass die vorgeschriebene Vorspannung des Kegelrollenlagers nicht vorlag.
Gruß Toni
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gerd_
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von gerd_ »

Hi
Die Problemursachen am 1200-HAG sind mannigfaltig.
Es hatte teilweise keine Entlüftung und so wurde das heisse Öl durch die Dichtungen gequetscht
Es hatte ein Lager das nicht mit Öl sondern mit Fett geschmiert wurde.
Manche Lagerteile wurden (bei den ersten HAG) nicht ausreichend geschmiert (Umkonstruktion nötig).
250ml Öl in einem HAG sind wenig, die auf 180ml verringerte Menge war Notwehr aber ist eben noch weniger. Zumal bei den eingeführten Wechselintervallen.
Zählt man die Befestigung der Radaufnahme (Kegelsitz) zum HAG, so waren die ersten eine Katastrophe.
Das Wenigste hat, glaub ich, mit Distanzieren zu tun
gerd
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sherkhan
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Re: R 1150 GSA Hinterachsgetriebe

Beitrag von sherkhan »

So, ein kleines Update:

Der Michael "derbonner" hat's gerichtet.
Hab das HAG bei ihm abgegeben und kurze Zeit später war's auch schon fertig.
Und das für einen für mich super Preis.

Gefahren bin ich noch nicht aber jetzt sollte es, zusammen mit neuer Kupplung, für die nächsten 100000km OK sein. :P

Ich fahr jetzt erstmal.

Schönes WE

Armin
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