"Biker" oder "Motorradfahrer"

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kasapv
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"Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Do 11. Aug 2016, 21:51

Ich bin auch hier gelandet, weil ich meine Anmeldung drüben nicht beendigen konnte. Drüben wollte ich mich halt anmelden, weil ein hiesiger Deutscher mir von dort schon einen Link von seinen Reisen geschickt hatte und ich ja nun völlig neu in der GS Materie bin. Momentan lese ich halt mehr hier, weil ich auch nicht lauter Fragen stellen möchte, die schon lange beantwortet wurden. :D
seife hat geschrieben:Motorradfahrer fahren Motorrad (klingt irgendwie logisch).
Biker haben einen "Leifsteil", und reden viel vom "Biken" 8-) Nebenbei haben sie auch ein Motorrad, ob das oft gefahren wird (und ob das weiter ist als bis zur nächsten Eisdiele...), das lassen wir mal lieber aussen vor.

So unterscheide ich das für mich.
Interessante Ansicht. Hier ist es genau anders herum. Die Biker fahren und "leben" Mopped, während Motorradfahrer die sind, die ein Zweirad als Transportmittel benutzen und es früher oder später gegen 4 Räder eintauschen. So unterschiedlich kann ein Begriff an verschiedenen Enden der Welt benutzt werden. :lol:
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Larsi
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Larsi » Do 11. Aug 2016, 21:55

kasapv hat geschrieben:...
Interessante Ansicht. Hier ist es genau anders herum. Die Biker fahren und "leben" Mopped, während Motorradfahrer die sind, die ein Zweirad als Transportmittel benutzen und es früher oder später gegen 4 Räder eintauschen. So unterschiedlich kann ein Begriff an verschiedenen Enden der Welt benutzt werden. :lol:
in der tat ... :lol:

so kann derselbe begriff unterschiedliche bewertungen erfahren.
ich will "hier" kein biker sein.

Freves
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Freves » Fr 12. Aug 2016, 15:36

Letztendlich haben wir doch nur Spaß an unserem Hobby oder?

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kasapv
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Fr 12. Aug 2016, 16:08

Spass auf jeden Fall. In meinem Fall weiss ich aber ehrlich gesagt nicht, ob es noch Leidenschaft oder schon Sucht ist.
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gerd_
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von gerd_ » Fr 12. Aug 2016, 16:20

Hi
sampleman hat geschrieben:
Biker - und das ist nicht nur meine Meinung - fahren ein Fahrrad welches im Neudeutsch Bike genannt wird
So sehr ich diese Argumentation nachvollziehen kann: Eine der wichtigsten Fachzeitschriften für Motorräder in Großbritannien heißt "Bike". Und ich kann auch ein bisschen verstehen, dass vielen Leuten das Dreisilbenwort "Motorrad" auf die dauer zu lang wird. In so ziemlich jeder europäischen Sprache ist das Wort dafür kürzer...
Und "Krad" klingt so nach Ardie und Wanderer.
Den Briten dürfte das Wort "Motorrad" nicht zu lang sein, sondern sie verwenden einfach den britschen Begriff für's "Mopped". Auch "Biken" geh' ich eigentlich nie. Weder mit Fahrrad noch mit'm Mopped. Würde ich den Begriff "Moto" (genauso kurz) verwenden, kämen vermutlich Rückfragen weil zu Wenige Französisch sprechen.
Viele Deutsche neigen dazu alles zu verdenglischen. Dabei werden Worte und Begriffe verwendet die einfach nicht korrekt sind. Kein Brite denkt bei "publik viewing" an gemeinsames Fernsehglotzen (sondern an eine Aufbahrung), niemand hat ein "handy" (cell phone).
Auch im Geschäftsleben wird gedenglischt dass es einen graust. Mein Vorgesetzter schmiss auch gern mit Vokabeln um sich die er nicht verstand und wenn man ihn fragte "kannst Du das mal auf Deutsch erklären ich oute mich als DAU", dann hatte weder Ahnung von einem passenden deutschen Begriff noch von einer mehrzeiligen Umschreibung/Erklärung sondern warf eine neue Hülse. Pech nur wenn ein anderer Kollege dann meinte "schön, aber der Begriff den wir nicht kennen ist damit auch nicht erklärt".

Kurz:
Ich hab' nix gegen Leute die Englisch sprechen sondern nur (ein bisschen was) gegen die die es nicht können und dann Denglisch (oder denglish??) schwätzen. Selber bin ich Franke, behaupte daher nicht Deutsch zu sprechen, bemühe mich aber (meistens) keinen Blödsinn zu reden.
Rucksack und Kindergarten sind Begriffe die die Briten übernommen haben und auch korrekt verwenden. Sie hatten einfach nichts Entsprechendes ("back-pack" passt nur für alles was man auf dem Buckel schleppt aber nicht für die "besondere" Form).
Die beiden Worte haben sogar die Franzosen übernommen und das kann man sich sozusagen im Kalender anstreichen.
Wem "Motorrad" oder "Mopped" zu lang oder zu "uncool" (ankuhl!!) ist, der sollte mal darüber nachdenken wie viele sinnlose Worte er in seine Sätze packt und dafür offenbar Zeit hat.
Wer fehlerlos ist sollte sich eine beliebige Rede aus dem Bundestag anhören. I.d.R. sind 90% davon sinnlose Phrasen oder Wiederholungen.
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von gerd_ » Fr 12. Aug 2016, 16:34

Hi
kasapv hat geschrieben: Momentan lese ich halt mehr hier, weil ich auch nicht lauter Fragen stellen möchte, die schon lange beantwortet wurden.
Dazu kannst Du mit der Suchfunktion ja mal kurz prüfen wieviele Beiträge es bereits zu einer Frage gibt.
Wenn' s dann nicht gerade eine Frage wie "welches Öl . . . ." ist, kann man sie ja auch ein "zweites Mal" stellen. Zuweilen hilft es sogar die Suche auf Power-Boxer zu bemühen und braucht dann gar nicht zu fragen :-)
gerd
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Fr 12. Aug 2016, 16:38

Logo, benutze immer zuerst die SuFu. Ölfrage wurde so schon beantwortet. :lol: Was Enduroreifen angeht bin ich auch völliger Laie, lese mich aber rein. Könnte dafür ein Buch über Sportlerreifen schreiben. 8-)
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Larsi » Fr 12. Aug 2016, 17:27

gerd_ hat geschrieben:...
Viele Deutsche neigen dazu alles zu verdenglischen. Dabei werden Worte und Begriffe verwendet die einfach nicht korrekt sind. ...
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

da fällt mir gerade wieder der versuch meiner eltern ein, mit der zeit zu gehen.
schritt eins: wir kaufen uns ein smartphone
schritt zwei: wir lassen uns ein paar apps installieren
schritt drei: wir überlegen uns englich klingende worte für diverse tätigkeiten

resultat (am beispiel Whatsapp):
statt kurz zu telefonieren, "wotzen" sie miteinander und fragen später, ob derjenige die vorhin "gewotzte äps" auch gelesen hat.

weltklasse :thumb: :thumb:

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Mister Wu » Fr 12. Aug 2016, 17:52

Larsi hat geschrieben:die vorhin "gewotzte äps" auch gelesen hat.
Mein Dad bekommt auch immernoch "emils", obwohl es doch "imehls" sind :D :D :D
Ciao, Frank

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Raubritter » Fr 12. Aug 2016, 20:58

Wenn Die Ihmäils den Eltern vom Emil Wu gesendet wurden, dann sind es eben doch Emils :+

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von der niederrheiner » Sa 13. Aug 2016, 13:56

Ich hab bisher nur einmal in England einen älteren Herrn, hatte 'n älteres englisches Moped, im Gespräch mit mir, das Wort "Motorbiker" verwenden hören. Gut, der war so um die 67. Also auch noch nicht sooo alt.


Stephan

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von sampleman » Di 16. Aug 2016, 15:06

gerd_ hat geschrieben: Viele Deutsche neigen dazu alles zu verdenglischen. Dabei werden Worte und Begriffe verwendet die einfach nicht korrekt sind. Kein Brite denkt bei "publik viewing" an gemeinsames Fernsehglotzen (sondern an eine Aufbahrung), niemand hat ein "handy" (cell phone).
Das Wort "Handy" ist ein Kunstwort wie Uhu oder Persil. Es entstand in den frühen 80er Jahren in Deutschland, als Mobiltelefone noch ein Koffer mit Hörer obendrauf und mit Umhängegurt waren, die "Porty" genannt wurden. Zumindest war das meines Wissens eine Verkaufsbezeichnung, die AEG verwendet hat. Irgendwann kamen dann mal die Phase, als es Mobiltelefone gab, die ohne Umhängegurt auskamen, weil alles im Hörer integriert war. Dieser Formfaktor sollte sich auch in einer Verkaufsbezeichnung ausdrücken, und die Telekom hat dann versucht, den Begriff "Pocky" zu etablieren, der sich aus naheliegenden Gründen nicht durchsetzte. Bei "Handy" hat es dann funktioniert - ein Mobiltelefon zum in die Hand nehmen. Wer also wider den angloamerikanischen Kulturimperialismus wettern will: Das Handy ist da ein schlechtes Beispiel;-)

Ansonsten ist halt generell im Internet das Problem, dass alle relevanten Entwicklungen aus den USA kommen und dass dort die Terminologie entwickelt wird. Und die passt halt oft nur so mittelgut in die deutsche Grammatik ("gedownloadet").

Übrigens, andere Länder haben auch Kunstworte gebildet. In der Schweiz hielten Mobiltelefone lange Zeit "Natel", nach NATEL-D, dem ersten digitalen Mobilfunknetz in der Schweiz.
Beste Grüße
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Zörnie » Di 16. Aug 2016, 19:43

sampleman hat geschrieben: Übrigens, andere Länder haben auch Kunstworte gebildet. In der Schweiz hielten Mobiltelefone lange Zeit "Natel", nach NATEL-D, dem ersten digitalen Mobilfunknetz in der Schweiz.
Natel klingt zwar in meinen deutschen Ohren auch peinlich, ist aber wenigstens nicht zwanghaft künstlich hip und Schein-Englisch.
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Di 16. Aug 2016, 19:58

Frage mich ob Amis, Engländer und Mexikaner sich auch über gekünstelte, scheindeutsche Worte aufregen. Alle verwenden nämlich den Begriff "Kindergarten", auch wenn die Mexis gerne die Kurzform "kinder" nehmen. :lol:
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Zörnie » Di 16. Aug 2016, 20:09

kasapv hat geschrieben:Frage mich ob Amis, Engländer und Mexikaner sich auch über gekünstelte, scheindeutsche Worte aufregen. Alle verwenden nämlich den Begriff "Kindergarten", auch wenn die Mexis gerne die Kurzform "kinder" nehmen. :lol:
Ohne dir jetzt den Spaß nehmen zu wollen, aber das Wort "Kindergarten" gibt es in der deutschen Sprache wirklich ;)
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Larsi » Di 16. Aug 2016, 20:19

kasapv hat geschrieben:Frage mich ob Amis, Engländer und Mexikaner sich auch über gekünstelte, scheindeutsche Worte aufregen. Alle verwenden nämlich den Begriff "Kindergarten", auch wenn die Mexis gerne die Kurzform "kinder" nehmen. :lol:
für "kindergarden" haben die aber meines wissens kein anderes wort, daher der deutsche begriff.

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Di 16. Aug 2016, 20:20

Das war mir klar, dass es das in Deutsch gibt. ;) Wird aber ebenfalls genauso von Amis, Engländern und Mexikanern verwendet. Mein Punkt war, dass ich nicht glaube, dass es dort irgend jemanden stört, ein aus dem Deutschen stammendes Wort zu verwenden. 8-)
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Zörnie » Di 16. Aug 2016, 20:24

Gegen vereinzelte Worte hat hier auch keiner etwas. Aber das peinliche und hilflose Sprachgepansche gerade in den scheinbar so kreativen Gewerken ist doch unheimlich bemüht und soll nur deren Einfallslosigkeit überdecken.
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von kasapv » Di 16. Aug 2016, 20:32

Klar, wenn einer nur "gebildet" oder "cool" rüberkommen will und dann krampfhaft mit sinnlosen Worten um sich schmeisst, dann nervt das. Kleingeister, die sich wie Weltleute darstellen wollen. Wie heisst es doch so treffend: Es ist bezeichnend, dass gerade der Dumme niemals an sich selber zweifelt.
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von gerd_ » Mi 17. Aug 2016, 09:34

Hi
sampleman hat geschrieben: Das Wort "Handy" ist ein Kunstwort wie Uhu oder Persil. Es entstand in den frühen 80er Jahren in Deutschland, als Mobiltelefone noch ein Koffer mit Hörer obendrauf und mit Umhängegurt waren, die "Porty" genannt wurden. Zumindest war das meines Wissens eine Verkaufsbezeichnung, die AEG verwendet hat. Irgendwann kamen dann mal die Phase, als es Mobiltelefone gab, die ohne Umhängegurt auskamen, weil alles im Hörer integriert war. Dieser Formfaktor sollte sich auch in einer Verkaufsbezeichnung ausdrücken, und die Telekom hat dann versucht, den Begriff "Pocky" zu etablieren, der sich aus naheliegenden Gründen nicht durchsetzte. Bei "Handy" hat es dann funktioniert - ein Mobiltelefon zum in die Hand nehmen. Wer also wider den angloamerikanischen Kulturimperialismus wettern will: Das Handy ist da ein schlechtes Beispiel;-)
"Handy" entstand schon wesentlich vor den Mobilfonen. Bereits Handfunkgeräte wurden so bezeichnet. Es dürfte eine Subsantivierung von dem sein was die Briten mit "handy" ausdrücken: bequem; geschickt; griffbereit; griffig; handlich; passend; praktisch.
Also nix mit Kunstwort was sich irgendwer auf die Fahne schreiben kann. Vielleicht hat jemand die Beurteilung eines Briten für ein Handfunkgerät "it's handy" mit "it's a handy" verwechselt/verballhornt.
gerd
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Freves » Do 18. Aug 2016, 11:02

Ich hab auch schon mal von der "schwäbischen Theorie" gehört: "Hen die koi Schnur?" :lol:

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von der niederrheiner » Fr 19. Aug 2016, 14:14

Ich wollte es schon gesagt haben. Handy ist eindeutig schwäbischer Abstammung.

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von sampleman » Mi 31. Aug 2016, 11:46

gerd_ hat geschrieben:Hi
sampleman hat geschrieben: Das Wort "Handy" ist ein Kunstwort wie Uhu oder Persil. Es entstand in den frühen 80er Jahren in Deutschland, als Mobiltelefone noch ein Koffer mit Hörer obendrauf und mit Umhängegurt waren, die "Porty" genannt wurden. Zumindest war das meines Wissens eine Verkaufsbezeichnung, die AEG verwendet hat. Irgendwann kamen dann mal die Phase, als es Mobiltelefone gab, die ohne Umhängegurt auskamen, weil alles im Hörer integriert war. Dieser Formfaktor sollte sich auch in einer Verkaufsbezeichnung ausdrücken, und die Telekom hat dann versucht, den Begriff "Pocky" zu etablieren, der sich aus naheliegenden Gründen nicht durchsetzte. Bei "Handy" hat es dann funktioniert - ein Mobiltelefon zum in die Hand nehmen. Wer also wider den angloamerikanischen Kulturimperialismus wettern will: Das Handy ist da ein schlechtes Beispiel;-)
"Handy" entstand schon wesentlich vor den Mobilfonen. Bereits Handfunkgeräte wurden so bezeichnet. Es dürfte eine Subsantivierung von dem sein was die Briten mit "handy" ausdrücken: bequem; geschickt; griffbereit; griffig; handlich; passend; praktisch.
Also nix mit Kunstwort was sich irgendwer auf die Fahne schreiben kann. Vielleicht hat jemand die Beurteilung eines Briten für ein Handfunkgerät "it's handy" mit "it's a handy" verwechselt/verballhornt.
gerd
Nein, du irrst dich. Es mag sein, dass "handy" auf englisch so was ähnliches wie "handlich" heißt, aber im deutschen Sprachraum ist "Handy" ein Kunstwort wie "Uhu". Dass es eine Eulenart gibt, die so heißt, ist im Bereich der Klebstoffe nicht von Belang.

Glaub mir da mal, ich mach' das beruflich;-)
Beste Grüße
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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von AmperTiger » Mi 31. Aug 2016, 12:09

mich überfällt eine Mischung aus Lach-und Kotzkrampf wenn in unserer Behörde krampfhaft versucht wird, jeglicher normalen Aktivität mit einem englischen Begriff neuen "Drive" zu verleihen.

Früher die Besprechung, heute das Meeting (was nicht das gleiche ist)
zum Gedankenaustausch, heute das Brainstorming (möchte mich garnicht mit Leuten auseinandersetzen, die im Gehirn einen Sturm haben)
früher die Tischvorlage, heute das Hand out (da wechselt es dann von Lach- zu Kotz..)
früher eine Lagebesprechung, heute ein Briefing
früher Bewerberauswahlverfahren, heute das Assessment Center
früher die Sicherungskopie, heute das Backup
unser Arbeitsnachweis wurde zum Workflow

richtig witzig ist dann wirklich das Vermischen von deutsch/englisch zu denglisch
upgedatet
downgeloaded
outgesourced

Die deutsche Sprache enthält mit ungefähr 18.000 gesprochenen Wörtern im täglichen Gebrauch ungefähr doppelt so viele Ausdrucksmöglichkeiten, wie die englische Sprache, noch ein Drittel mehr, wie die italienische und ein Viertel mehr Wörter, wie die Französische. die deutsche Sprache ist damit weltweit eine der vielfältigsten und variantereichsten Sprachen, nur schade, dass sie zum Denglisch und Dönerdeutsch verkommt Alda!
Man kann die Realität ignorieren. Nicht ignorieren kann man die Konsequenzen, die das hat.

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Re: "Biker" oder "Motorradfahrer"

Beitrag von Quhpilot » Mi 31. Aug 2016, 15:17

"Alda".......ist doch das komische Ding vorne.....also der Tisch mit dem Kruzifix und den Blumen vorne in der Kirche......hauptsächlich in Soochsen :mrgreen:
And so it goes, and so it goes,
And you`re the only one who knows.

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