Aussetzer beim Beschleunigen

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gerd_
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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von gerd_ » Mo 18. Jan 2016, 10:32

Hi
Bild
Das Foto ist sch...., deshalb ist es nicht öffentlich im PB. Theoretisch könnte der Dämpfer vielleicht durchdrehen wenn die Feder so schlaff wäre dass sie auf Block ginge (ich glaube es nicht aber ich habe es nicht gemessen).
Praktisch ist das Irrsinn weil sie dann keine Feder mehr wäre sondern (fast) auf Block bliebe. Eine Feder mit diesen Dimensionen degeneriert nicht zur "Kugelschreiberfeder". Das E-Modul des Stahls müsste sich gigantisch ändern und das ist so technisch so wahrscheinlich wie die Vermutung, dass die Sonne innerhalb unserer Lebenszeit ausbrennt.

Abgesehen davon müsste ein entsetzliches Geräusch aus dem Getriebe kommen wenn das Teil mit den Dämpfungsschrägen mehrfach hintereinander überspringt. Das Teil dreht ja mit Motordrehzahl und wenn es nur einmal springt würde es zwar nur "klack" machen aber an der Beschleunigung wäre nichts zu merken. Folglich müsste es häufiger, und sozusagen "gleichmässig" springen. Wenn die Feder derart ausgelutscht wäre (was ich für technisch unmöglich halte), dass sie dieses Teil nicht mal mehr halbwegs ordentlich zurückdrückt und dabei scheppert, dann wäre es mit dem Vortrieb ganz Essig.
Und: "Meine" Werkstatt repariert jede Menge Getriebe und hatte ein derartiges Phänomen noch nie.
gerd
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BMW_Martin
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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von BMW_Martin » Do 2. Nov 2017, 17:55

Hallo zusammen,

ich muss das alte Thema noch einmal aufnehmen.

Die bereits ausführlich beschriebenen Aussetzer haben sich vor ca. 2 Monaten deutlich vermehrt. Langsames, kontrolliertes Kurvenfahren ist kaum möglich, weil die Gasannahme eher digital passiert (erst reagiert der Motor nicht, dann mit zu viel Gas ...).

Ich habe inzwischen vieles ausprobiert:
> Drosselklappenpoti getauscht (Einstellung auf ca. 340 mV und der Diagnosetester zeigt eine fehlerfreie Funktion)
> Zündspule getauscht
> Zündkabel überprüft
> Zündkerzen noch einmal erneuert (NGK Iridium) => sind eher weiß, Motor läuft also sehr mager
> Motronic getauscht (Original 1 342 747 durch 1 342 749 ersetzt)
> Ventilspiel überprüft (0,15/0,3)
> Penibel mit Schlauchwaage synchronisiert (habe symmetrischen Krümmer der RS montiert)
> Lambdasonde getauscht (keine neue sondern die, die ich vor einiger Zeit mal ersetzt hatte)
> Gaszüge überprüft
> Widerstand der Einspritzdüsen überprüft
> Verkabelung/Steckverbinder kontrolliert

Die ganzen Maßnahmen haben das Verhalten nicht oder nur minimal verändert. Der Tausch der Lambdasonde hat - wenn es keine Einbildung war - die Aussetzer weniger werden lassen. Beim heftigen Beschleunigen und unter Volllast läuft alles rund.

Heute waren die Aussetzer dann wieder extrem, nachdem der Motor warm gefahren war. Der Fehlerspeicher zeigt nach wie vor keinen Fehler an.
Habe dann noch folgenden Test gemacht:
> Motor im Stand auf ca. 2000 U/min drehen lassen und gehalten => nach einigen Sekunden fiel die Drehzahl um ca. 300 U/min ab und die Drehzahl schwankte dann um ca. +/- 100 U/min
> Codierstecker (ROSE) gezogen (habe CO-Poti eingebaut und auf ca. 0,8 % eingestellt), Motronic rückgesetzt und Test wiederholt => kein Abfall, keine Schwankungen
> Codierstecker wieder gesteckt, Motronic rückgesetzt und ... => gleiches Verhalten wie zu Beginn

Habt ihr noch eine Idee, warum der Motor, sobald er warm gefahren ist, partout nicht mit der Lambdaregelung laufen will?


Vorab vielen Dank und Grüße
Martin

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Alfaone79
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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von Alfaone79 » So 12. Nov 2017, 19:31

Hallo, bin neu hier im Forum.
hast du mal nach den beiden Hall-Sensoren geschaut?
Hatte im Sommer das gleiche Problem, jetzt im Winter aber ich meine gute bis auf die letzte Schraube zerlegt und dabei ist raus gekommen das einer der beiden Sensoren komplett abgetaucht ist.

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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von kboe » So 12. Nov 2017, 23:50

Kabelbruch zum Zündschloss?!?!
Da gibts einen Beitrag auf powerboxer.

http://www.powerboxer.de/armaturen-inst ... kelkontakt

Zündschloss selbst. So wars zumindest bei mir....

http://www.powerboxer-forum.de/viewtopi ... hilit=kboe

Das mit dem Kodierstecker etc. kann reiner Zufall sein....

Gruß
Bernhard

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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von gerd_ » Mo 13. Nov 2017, 10:03

Hi
didithekid hat geschrieben:
So 17. Jan 2016, 22:01
OK Gerd, jetzt verstehe ich erst, wie schwierig es hier werden würde, Dich zu überzeugen. Wichtige Grundvorrausetzung dabei wäre ein Konsens darüber, dass der Ruckdämpfer auch (und insbesondere) beim Schalten und Kuppeln in Bewegung gerät (auch beim gesunden Getriebe). Damit fängt meine offensichtlich "gewagte" Theorie nämlich an.

Falls ich beim Begutachten meiner Getriebeeingangswelle sichtbare Indizien dafür finde, dass der Ruckdämfer tatsächlich genug Luft von der M93er Feder für Bewegung bis zum "Durchrutscher" hatte, werde ich das versuchen mit Fotos zu dokumentieren und mich dann dazu wieder melden.
Dass Du nicht mit diesem Fall rechnest, habe ich natürlich verstanden.
DEN Konsens hast Du von mir! Natürlich dämpft der Ruckdämpfer auch die Schaltschläge. Die Frage ist nur ob er (nur) deshalb eingebaut ist.
Schau' mal anhand der Bilder ob eine lahme Feder den Ruckdämpfer rutschen lassen könnte:
https://www.powerboxer.de/getriebe-kupp ... gangswelle
Das "klappt" vielleicht wenn die Feder gebrochen ist, aber dann nicht nur gelegentlich.

Tatsache ist, dass der Ungleichlauf der Kurbelwelle ziemlichen Einfluss (Schwingungen) auf die Getriebelager hat. BMW will davon nichts wissen und konstruiert die Getriebe immer "gleich". Deshalb erfolgt 2..3 Jahre nachdem ein neues Getriebe eingeführt wurde eine grössere Umkonstruktion. Bei den 1100 waren es halbherzige Änderungen von M94 zu M97 (M93 lass' ich gleich weg). Weil man den Aufwand scheute und die Serie auslief blieb es dabei. Bei den 1150 glaubte man es und die Getriebe machen relativ sehr wenig Ärger.
Bei den 1200 wusste man es wieder besser und "spendierte" 2008 -nach der "Anlaufzeit"- ein komplett überarbeitetes Getriebe.
Gleich dazugesagt: Dieses Wissen stammt nicht von mir, aber das Schwingen durfte ich mir ansehen (high-speed-strobe-video).
Nachdem der Ruckdämpfer für seinen eigentlichen Zweck "nicht so arg" brauchbar ist, hast Du auf eine bestimmte Art sogar Recht. Wobei es uns Beiden wohl weniger um Recht als um Funktion geht.
gerd
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Re: Aussetzer beim Beschleunigen

Beitrag von BMW_Martin » Mo 13. Nov 2017, 19:44

Hallo zusammen,

um einen Wackelkontakt, temperaturabhängige Fehler oder einen mechanischen Fehler (Ruckdämpfer) auszuschließen bin ich rund 200 km ohne Codierstecker, also mit CO-Steuerung (ca. 0,8 %), gefahren. Der Motor lief damit einwandfrei. Kein Ruckeln, keine Aussetzer, einfach tadellos.
Gefühlt dreht der Motor etwas schwerfälliger hoch, erreicht aber - bezogen auf die Endgeschwindigkeit - seine volle Leistung.
Soweit man das nach diesem Kurztest sagen kann, liegt der Verbrauch ca. 0,6 l über dem mit der Lambda-Regelung.

So ließe sich das Bike sehr schön fahren, aber den Motor über das CO-Poti zu steuern, obwohl eine Lambda-Regelung möglich ist, ist sicher nicht im Sinne des Erfinders. Für die Umwelt nicht gut und wer kann schon mit Gewissheit sagen, ob die Lambda-Sonde und der KAT das langfristig überleben?


Grüße
Martin

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