Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

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RsixT
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Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von RsixT » So 4. Dez 2016, 13:46

Moinsen,
ich habe gerade an meiner 2002er R1150GS mit ABS II neue Stahlflexleitungen verbaut,
Bremsflüssigkeit erneuert und das Ganze entlüftet.
Bremsen tut sie nun ordentlich, aber sie piepst ab und zu, ohne dass ich bremse.
Zudem greift das ABS etwas später als vorher und ist dabei sehr ruppig.
Was habe ich falsch gemacht?
Danke für jeden Tipp!
Grüße, Nils

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von Larsi » So 4. Dez 2016, 15:11

Sie piepst??
Bist du sicher, dass du ABS 2 hast?

Ruppiger kann schon stimmen, denn bei Stahlflex pulsiert die Leitung weniger/nicht.
Gruß Lars
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RsixT
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von RsixT » So 4. Dez 2016, 16:04

Wenn ich GS starte, macht sie nach einigen Metern: Piiep, Klack, Klack.
Wohl eine Art ABS Check. Dieses Piepen hat sie währen der Probefahrt
einige Male wiederholt.
Ich habe keinen BKV und ABS Ringe aus Guss auf den Sätteln steht BMW.
Das ist doch ABS II, oder?
Grüße, Nils

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von GStreiber » So 4. Dez 2016, 17:35

Hallo
das klack, klack ist ok. Damit wird signalisiert ABS ist aktiv


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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von GStreiber » So 4. Dez 2016, 17:39

Wie hast du entlüftet bzw in welcher reihenfolge?


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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von RsixT » So 4. Dez 2016, 18:45

Ich habe vom Ende her angefangen. Vorne links, rechts und dann am Modulator.
Und das ganze nochmal. einen schönen Druck habe ich, keine Fehlermeldungen.
Nur das ziemlich ruckelige Öffnung der Bremse und ab und zu ein Piepsen.
Das Ruckeln natürlich nur bei Vollbremsung.
Viel bin ich aber auch noch nicht gefahren.

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von GStreiber » So 4. Dez 2016, 19:11

Wieviel hast eigentlich runter . Dreh mal das Vorderrad ob eine Bremsscheibe einen Seitenschlag hat. Mit den Stahlflex hast du besseres bremsen.
Hast du das fiepen wenn du die Bremse ziehst?


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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von BayernCrouser » So 4. Dez 2016, 22:07

Ich habe mal in einem Forum gelesen, dass das ABS auch wärend der Fahrt manchmal einen Test macht. Ich habe das zwar noch nicht gehört bei mir, aber beim Fahren höre ich da auch nicht hin. Vieleicht nur, wenn man am Anfang nach dem Umbau zu beginn der Testfahrten beide Ohren nach unten orientiert, um zu hören ob alles klar ist :D

Dass das ABS Ruppiger reinhaut, kann ich mir vorstellen, weil die Stahlleitungen sich nicht wie die alten Gummileitungen bei Bremsen ein wenig ausweiten. Die waren elastischer wie diese Stahlflex Schläuche.

Franz

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von RsixT » Mo 5. Dez 2016, 07:20

Den Test während des Fahrbetriebs kenne ich, das ist es nicht, einfach hier und Da mal ein Piep ohne Klack, Klack. Mit 36.000 km waren meine Leitungen auch noch ganz gut, so riesig dürfte der Unterschied nicht sein. Gewechselt habe ich, weil die Fittinge alle verrostet waren.
Sie bremst wunderbar, vorne und hinten. Wenn ich richtig reinlange, dann springt auch das ABS an, regelt aber nicht mehr so fein und gleichmässig, wie vor dem Umbau, sondern wie ein Kind am Schlagzeug.
Grüße, Nils

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von doppelQ » Mo 5. Dez 2016, 08:28

RsixT hat geschrieben:Wenn ich richtig reinlange, dann springt auch das ABS an, regelt aber nicht mehr so fein und gleichmässig, wie vor dem Umbau, sondern wie ein Kind am Schlagzeug.
Schönes Bild .... Ich habe so ein Kind hier.

Das ist aber IMHO systemisch.
Die Bremse macht voll zu- fast blockiert. Dann macht das ABS einen Sekundenbruchteil auf- genauso viel wie nötig.
Dann haut es wieder voll rein.

Ohne Dämpfende elemente wie Luftblasen oder angegammelte Bremsleitung muss das ruppig werden.
ABS ist sollte ja auch nicht zur Komfortzone gehören.

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Fabian
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von RsixT » Mo 5. Dez 2016, 08:32

Ich fahr ja nun fast 15 Jahre mit dem ABS und nutze es auch aktiv bei Serpentinen :D
Da es sich nach dem Umbau so drastisch verändert hat, macht mir halt Sorgen.
Vielleicht muss es sich ja erstmal neu "einspielen" oder Ähnliches.
Danke an Alle!

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von gerd_ » Mo 5. Dez 2016, 09:44

HI
Da glaube ich, dass Du an ABS mit uralten Leitungen, wenn auch mit wenigen Km, gewöhnt warst und jetzt eben Stahlflex hast. Nachdem Du nicht der Einzige bist der diesen Umbau gemacht hat brauchst Du Dir zumindest keine Gedanken machen ob es am "Systemwechsel" liegt.
Sieh' Dir mal an wie ein ABS II funktioniert. Dann weisst Du, dass es nur eine Funktion gibt die immer gleich abläuft. Das ABS bekommt das Signal "Einsatz!" und arbeitet immer gleich. Federbelasteten Kolben freigeben und dadurch das Leitungsvolumen vergrössern (=Bremsdruck mindern). Leitungsvolumen mit mächtigem Federdruck wieder verringern. "Nachsehen" ob es noch blockiert und , falls ja, nochmal das Gleiche. Das macht's mit einer Frequenz von ca. 1Hz.
Es kann nichts Anderes.
http://www.powerboxer.de/bremsen/246-4v ... tionsweise
gerd
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von ADVBiker » Di 13. Dez 2016, 15:00

RsixT hat geschrieben: Vielleicht muss es sich ja erstmal neu "einspielen" oder Ähnliches.
Danke an Alle!
Ein Nachjustieren der Feinmotorik an der rechten Hand, könnte nun auch erfolgreich sein. ;)

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von Aardvark » Do 2. Feb 2017, 05:15

Laut http://www.bmwlt.com/forums/bike-talk/5 ... lines.html mag BMW keine Stahlflexleitungen. Irgendwas mit konstantem Regelvolumen, weswegen eine bestimmte Minimalelastizität der Leitungen gewährleistet muss. Es könnte also sein (meine Theorie), dass bei zu gutem Entlüften die Druckspitzen im ABS etwas zu hoch werden. Aber die Experten hier sollten darüber sicher mehr wissen als ich.

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gerd_
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von gerd_ » Do 2. Feb 2017, 09:26

HI
Wenn das ABS II auf eine "gewisse Elastizität" der Leitungen angewiesen wäre, so wäre es eine ingenieurmässig absolute Fehlleistung.
Nachdem die Leitungen von verschiedenen Herstellern kommen ist deren Elastizität unterschiedlich wobei sich jeder Hersteller darum bemüht dass seine Leitung möglichst wenig druckelastisch ist. Sieht man sich das Wirkungsprinzip an (und versteht es) so weiss man, dass eine Elastizität unnötig ist.
Von mir aus klemmt der Kolben oder die Elektrokupplung oder sonst was im Modulator arbeitet nicht sauber, aber die Leitungen sind sch..egal.
Sollten die gewechselten Leitungen bereits weich gewesen sein/nachgegeben haben und standen vielleicht kurz vor dem Defekt, so könnte ein Unterschied merklich sein. Das aber hat nichts mit "konstruktiv" zu tun.
BMW hat "Stahlflex" abgelehnt weil sie bei Erteilung der ABE nicht geprüft wurden. Folglich hätte BMW sein Fahrzeug mit Teilen prüfen müssen die von BMW nie verbaut wurden, nur um sagen zu können "Stahlflex geht auch". Doof sind die nicht. Weshalb etwas prüfen was nur Anderen nützt?
Auch bei der GS mit ABS III G1 hiess es "Stahlflex sind von uns nicht freigegeben". Und das zu einem Zeitpunkt als die GSA bereits mit Stahlflex ausgeliefert wurde (andere ABE)!
Es gibt auch kein "zu gutes Entlüften". Entweder ist ein Druckkreis luftfrei (das ist das erstrebte Ergebnis) oder nicht.
Das Regelvolumen ist konstant weil es, wenn das System eingreift immer gleich bleibt. Ein Kölbchen wird zurückgezogen und vergrössert das Volumen der Leitung um etwa einen halben Kubikzentimeter. Damit ist der Druck in der Leitung weg, dier Bremskolben löst. Damit man derweil nicht "nachdrücken" kann, verschliesst ein Ventil die Zuleitung von Griff bzw. Pedal. Das System regelt also nicht ein "bisschen" oder "etwas mehr" oder "ganz" sondern nimmt den Druck komplett weg (der Kolbenweg ist immer gleich), schaut nach ob sich das Rad wieder dreht und , falls "ja", gibt den Druck wieder komplett drauf. Blockiert wieder? Also alles noch mal! So lange bis es nicht mehr blockiert oder die Geschwindigkeit unter ca. 8 km/h liegt.
Weil diese Abfolge "lösen, nachschauen, Druck drauf, nachschauen" etwa so lange dauert wie man beim schnellen Lesen von "lösen, nachschauen, Druck drauf, nachschauen" braucht, ist das Regelintervall relativ lang.
gerd
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von Larsi » Do 2. Feb 2017, 11:53

gerd_ hat geschrieben:
Do 2. Feb 2017, 09:26
...
Auch bei der GS mit ABS III G1 hiess es "Stahlflex sind von uns nicht freigegeben". Und das zu einem Zeitpunkt als die GSA bereits mit Stahlflex ausgeliefert wurde (andere ABE)!
...
Auch schon die 2002er GSA mit ABS2 hatte Stahlflex. :!:
Gruß Lars
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von ADVBiker » Sa 4. Feb 2017, 09:48

Larsi hat geschrieben:
Do 2. Feb 2017, 11:53
gerd_ hat geschrieben:
Do 2. Feb 2017, 09:26
...
Und das zu einem Zeitpunkt als die GSA bereits serienmässig mit Stahlflex ausgeliefert wurde (andere ABE)!
...
Auch schon die 2002er GSA mit ABS2 hatte Stahlflex. :!:


Die Adventure sollte und musste sich nicht nur durch das "längere" FW und die einteilige Sitzbank unterscheiden.

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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von g-b » Sa 4. Feb 2017, 10:48

Was hat die Technik des ABS in Bezug auf Stahlflex mit Unterscheidungsmerkmalen zu tun???

Die wichtige Aussag wäre hier, dass bei identischem ABS die ADV auch Stahlflex verbaut hat.

Und ich muss Gerd zustimmen, dass diese Druckelastizität eher kontra produktiv wirkt.

Aber die Überschrift heißt ja "ruppig" und dies ist die subjektive Wahrnehmung des Menschen.
Ja kann sich so anfühlen, ist technisch aber in der Ausführung besser. (Totzeit im Regelintervall)
Viele Grüße
Gerhard
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von gerd_ » Sa 4. Feb 2017, 17:35

Hi
Ob die Druckelastizität negativ wirkt habe ich mich gar nicht ernsthaft gefragt.
Schon die Idee die Elastizität eines Druckschlauches in die Wirkungsweise eines ABS einzukalkulieren/berechnen wäre für mich konstruktiv verwegen. Die Schlauchhersteller streben ja nach Null und dann mit dem unvermeidlichen Rest, der ja je nach Hersteller variieren kann und sich zudem mit dem Alter ändert, zu "arbeiten"?
Der Konstrukteur müsste eine Macke haben (oder nach NASA Spezifikationen rechnen).
gerd
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Re: Ruppiges ABS II nach Stahlflexumbau

Beitrag von thorvald » Do 17. Mai 2018, 10:33

Muss das Druckmodular nicht als erstes entlüftet werden?

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