Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

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ManniAC
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Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Mi 8. Nov 2017, 17:32

Hallo in die Runde!
Ich muss zur Erklärung meines Problems ein wenig ausholen, ich hoffe ihr werdet beim Lesen nicht müde.

Mein Mopped: R1150GS, BJ 2002, EVO-Bremskomponenten vorne, ABS 2, derzeit 81000km, Stahlflex nachgerüstet vom Vorbesitzer 2013

Im Herbst 2016 hab ich vorne die Bremsscheiben nebst Bremsbelägen erneuert. Ergebnis: Die Bremskolben gingen nicht einwandfrei zurück, die Bremse schliff. Klar, denn die Bremskolben waren 14 Jahre alt, es gab Ablagerungen und eine Reinigung hat keinen brauchbaren Erfolg gebracht.
Ich hab mich damit ziemlich lange rumgequalt und dann im Februar 2017 wurden die Bremssättel generalüberholt: Ultraschall-Reinigung und dann das Original-Wartungskit von BMW (neue Kolben etc.) verbaut. Neue Bremsflüssigkeit mit korrektem Füllstand. Quasi wie neu.
Voller Erfolg - ich bin seitdem 8000km ohne Probleme gefahren.

Seit Montag hab ich wieder diese Probleme: Bremshebel ziehen und loslassen - auf beiden Seiten starkes Schleifen der Bremsbeläge, das Rad lässt sich nur mit großem Kraftaufwand drehen. Wenn ich die Kolben manuell zurück drücke, ist alles ok, das Rad läuft (nahezu) frei.

Nun gab es zuvor ein paar 'Ereignisse':
- seit ca. 3 Monaten benutze ich regelmäßig ein Bremshebelschloss (z.b. während der Arbeit, also durchaus über mehrere Stunden)
- am Freitag vor besagtem Montag musste ich aus ca. 40km/h eine Vollbremsung machen (also richtig voll, zum Glück kam ich rechtzeitig zum Stehen). Danach keine Auffälligkeiten
- an besagtem Montag (also vorgestern) bin ich beim Wegfahren von meinem Supermarkt an einem fiesen, hinterlistigen einbetonierten roten Stahl-Pöller hängen geblieben. Wahrscheinlich hab ich den Pöller frontal mit der rechten Bremssscheibe erwischt und daraufhin hat es mein Mopped nach links versetzt und ich bin mit dem unteren Teil des rechten Tauchrohrs an dem Pöller vorbeigeschrammt. Und dann hab ich die Bremsprobleme bemerkt.

Erster Impuls: sch...., Gabel verzogen.
Bremssättel runter, Das Rad dreht einwandfrei. Die Kolben kann ich im Bremssattel mit wenig Kraftaufwand mit zwei Finger reindrücken. Die Bremsscheiben scheinen nicht verzogen zu sein. Eine Sichtprüfung der Gabel brachte nix, Geradeauslauf während der Fahrt scheint auch ok.
Bremsleitungen alle dicht.

Mir ist schon klar, dass nur eine fachmännische Vermessung der Gabel wirklich Klarheit bringt
Wenn die Gabel wirklich verzogen ist, frage mich aber schon, warum auf beiden (!) Seiten die Bremskolben nicht mehr ordentlich zurück gehen? Tauchrohre in den Brücken verdreht ?

Oder hat das eine mit dem anderen nix zu tun? Was könnte sonst die Ursache sein? Die Bremskolben und Bremsleitungen würde ich schonmal als Ursache ausschließen wollen...

Hilfesuchende Grüße
Manfred

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Larsi
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Larsi » Mi 8. Nov 2017, 18:31

Du schließt die Leitungen aus.
Sind die schon neu?
Falls nein, ist das vermutlich die Ursache.

Probiere mal:
Bremse ziehen
Wenn die nebst jetzt fest hängt, öffne die beiden Entlüfterschrauben kurz (nur auf und wieder zu).
Lässt sich das Rad jetzt drehen, ist die Leitung dicht.
Gruß Lars
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Re: RE: Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Mi 8. Nov 2017, 19:58

Larsi hat geschrieben:Du schließt die Leitungen aus.
Sind die schon neu?
Falls nein, ist das vermutlich die Ursache.

Probiere mal:
Bremse ziehen
Wenn die nebst jetzt fest hängt, öffne die beiden Entlüfterschrauben kurz (nur auf und wieder zu).
Lässt sich das Rad jetzt drehen, ist die Leitung dicht.
Hallo Larsi,
Werde ich natürlich ausprobieren - auch wenn die Bremsleitungen (lt. Vorbesitzer) 2013 gegen Stahlflex getauscht worden sind. Ich werde berichten...

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von teileklaus » Mi 8. Nov 2017, 21:14

die erste Aktion bei nicht zurückgehenden Belägen, wenn die Kolben leichtgängig sind, ist einen Bremsentlüfternippel aufmachen, und sehen ob da Restdruck da ist, der dann entlastet wird.
So kann man Handbremszylinder und leitung ausschließen oder bei Entweichen von Bremsflüssigkeit mit zeitgleicher Lösung der Bremse bestätigt finden.
Eine verzogene Gabel prüfe ich mit ausdrehen der Vorderachse. Die sollte achsengerecht und leicht einzuschieben und festzudrehen sein.
viel Grüße, Klaus

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Pascher » Mi 8. Nov 2017, 21:34

Hallo
Hatte an einer 1150er das gleiche Problem.
Kolben leichtgängig, aber Scheiben schleifen stark.
Nachdem ich die Bremszangenbefestigungsschrauben an der Gabel gelockert habe, waren die Scheiben freigängig.
Es stellte sich heraus, dass bei einem Diebstahlversuch mit einem langen Rohr die Gabel verdreht wurde, um das Lenkschloss zu knacken.
Offensichtlich wurde dabei die Gabel verdreht.

LG
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Larsi » Mi 8. Nov 2017, 21:42

Dem könnte man abhelfen (sofern nix verbogen ist), indem man mal die Schrauben der Klemmung der Vorderachse und der unteren Gabelbrücke löst (ist Schraubensicherung dran).
Dann mal durchfedern ...

Gib mal Bescheid, ob's hilft.
Gruß Lars
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Mi 8. Nov 2017, 21:52

Danke für die Tipps, da hab ich ja erstmal was zu tun.

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Pascher » Mi 8. Nov 2017, 22:12

Hallo
Hatte alles probiert.
Wahrscheinlich war die Gabel verzogen.

LG
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Di 14. Nov 2017, 21:48

N'Abend zusammen,
hier ein erster Zwischenbericht. Leider viele Hinweise, aber keiner so richtig eindeutig.
Das Lockern der Bremssättel zeigt so gut wie keine Veränderung. Die Bremskolben bleiben störrig. Öffnen der Entlüftungsschrauben zeigt keinen Effekt. Wenn ich die Steckachse bei ausgebautem Vorderrad langsam einführe, trifft sie nicht 100%ig das Loch im anderen Holm. Differenz ca. 0,5mm. Aber ganz astrein war das nach meiner Erinnerung nie.
Wir haben den Ausgleichsbehälter geöffnet und die Funktion des Kolbens geprüft. Eigentlich auch nix auffälliges. Bremsflüssigkeit ist wie neu.
Die Gabelbrücken haben wir noch nicht geöffnet, mal schauen...
Irgendwie weiß ich nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll.
Ich berichte weiter, bin natürlich für jeden weiteren Tipp dankbar.

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von aimypost » Mi 15. Nov 2017, 08:54

Rad ab und ab zum Händler: rundlauf Rad und Bremsscheibe messen.
Greetings

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Larsi » Mi 15. Nov 2017, 11:46

aimypost hat geschrieben:
Mi 15. Nov 2017, 08:54
Rad ab und ab zum Händler: rundlauf Rad und Bremsscheibe messen.
Das geht auch per Auge sehr gut.
Rad einbauen, Bremssättel ab, Rad drehen ...
Genauer gucken kann man noch mit einem Stäbchen, was man an der Gabel fixiert und nah an die zu begutachtende Position führt.


Wenn etwas am Rad verzogen ist, müsste es sich allerdings mal leichter und mal schwerer drehen lassen.
Gruß Lars
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Re: RE: Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Mi 15. Nov 2017, 12:11


Larsi hat geschrieben:
Das geht auch per Auge sehr gut.
Rad einbauen, Bremssättel ab, Rad drehen ...
Genauer gucken kann man noch mit einem Stäbchen, was man an der Gabel fixiert und nah an die zu begutachtende Position führt.


Wenn etwas am Rad verzogen ist, müsste es sich allerdings mal leichter und mal schwerer drehen lassen.
Habe ich auch schon beides gemacht. Kein Hinweis auf eine verzogene Bremsscheibe. Die dauerhafte Bremswirkung ist auch sehr gleichmäßig über die gesamte Rad-Drehung hinweg.

Die Steckachse scheint auch nicht krumm zu sein.

Wenn ihr keine weiteren Tipps bzgl. Bremssystem habt, wird mich mein nächster Weg wohl zu einem 'Gabelvermesser' führen...


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gerd_
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von gerd_ » Mi 15. Nov 2017, 19:18

Hi
Selbst wenn die Gabel verzogen sein sollte sehe ich keinen Grund weshalb die Kolben nicht zurückgehen.
1. Gedanke: Wenn die Kolben beider Sättel "überraschend" nicht zurückgehen liegt es nicht an den Sätteln
Massnahme. Ausgleichgefäss auffüllen bis zum Anschlag, Abdeckung mit Dichtung (Metallplatte mit Fahrradschlauch beklebt) drauf, erst die eine Entlüfterschraube auf und mit Druckluft (vorsichtig anfangen damit es den Behälter nicht zerreisst) die Plörre durchdrücken. Dann die eine Entlüfterschraube zu und die andere auf.
Dann das Ganze anders herum, also "von unten" pusten.
2. Gedanke: Der Kolben im Modulator hängt und aus irgendeinem blöden Grund schliesst das Rückschlagventil.
Massnahme: Leitungen ab und Ventil prüfen
gerd
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von Canada » Do 16. Nov 2017, 01:15

Nimm mal die Stahflex ab und check die verwendeten Scheiben , je nach Hersteller sind die aus Kupfer oder einem Aluminuim aehnlichen Metal.
Ich denke an ein restriktion der bremsfluessigkeit an den Loechern der Bolzen eventuel sogar Scheibe vergessen oder zuviel je nach Hersteller, dadurch sin die Bohrungen nicht genau uebereinander. Das ist mein ferndiagnose :thumb:

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von teileklaus » Do 16. Nov 2017, 08:49

Guten Morgen, beide Sättel gegen andere tauschen und einbremsen, dann noch mal Radfreilauf prüfen.
Die Dichtungen stellen ggf nicht richtig zurück.
Einen "Gabelvermesser" wirst du schwerlich finden. "Die Guten" können ggf. die Radstellungen zueinander und Rahmenpunkte beurteilen / vermessen.
Da aber diese Rad Werkstolleranz schon bei der 11 er 9 mm beträgt, wird das vermutlich nichts bringen und auf Teiletauschen rauslaufen.
Das aber kann man selbst mit etwas Nachdenken und Sorgfalt auch.
Die Ferndiagnose verstehe ich nicht ganz: sollten die Dichtscheiben an den Stahlflex zu klein geworden sein? Durchfluss behindernd?
Dann müsste ja ein Restdruck da sein, der aber schon negativ geprüft wurde. Entlüfterventil war auf, Bremse noch zu, also mechanisch.
viel Grüße, Klaus

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Re: RE: Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von ManniAC » Do 16. Nov 2017, 09:10


gerd_ hat geschrieben:. ...aus irgendeinem blöden Grund schliesst das Rückschlagventil.
gerd
Hi Gerd,
könnte die eingangs erwähnte Vollbremsung ein solcher Grund sein? Ich musste damals wirklich alles aus dem Bremssystem rausholen, um einen Einschlag zu verhindern.

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Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von teileklaus » Do 16. Nov 2017, 09:17

Ist k e i n Restdruck vorhanden, kann auch das Rückschlagventil ( hydraulisch ) ja nicht der Verursacher der nicht freilösenden Bremskolben sein?
viel Grüße, Klaus

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Re: RE: Re: Bremskolben gehen nicht zurück - klassische Ursachen alle ausgeschlossen ?

Beitrag von gerd_ » Do 16. Nov 2017, 09:35

Hi
ManniAC hat geschrieben:
Do 16. Nov 2017, 09:10
könnte die eingangs erwähnte Vollbremsung ein solcher Grund sein? Ich musste damals wirklich alles aus dem Bremssystem rausholen, um einen Einschlag zu verhindern.
Halte ich für unwahrscheinlich. Wenn das ABSII in den Regelbereich geht ist die Bremsleistung an der Scheibe höher als am Reifen. Sprich: Die Bremse könnte mehr aber der Reifen bringt die Bremsleistung nicht mehr auf die Strasse, blockiert und die tatsächliche Bremsleistung nimmt weiter ab. DAS will das ABS verhindern (und gleichzeitig die Fahrstabilität erhalten). Dass das ABS II dabei etwas grob vorgeht ist dem Konstruktionslter des Systems geschuldet, man konnte es damals noch nicht besser.
Technisch wird dabei der Bremskreis aufgeteilt in einen Bereich vom (Hand-)Bremszylinder zum Modulator und vom Modulator zu den Sätteln. Der Modulator gibt ein kleines Kölbchen frei. Dadurch kann sich das Kügelchen eines Rückschlagventils auf seinen Dichtsitz legen und verschliesst die Leitung vom Bremszylinder zum Modulator. Je stärker man bremst desto fester wird es angepresst. Die Leitung ist jetzt zweigeteilt.
Der andere Teil hat ja ein bestimmtes Volumen Leitung plus "Hohlraum" im Sattel. Darin herrscht ein Druck der die Kolben so stark anlegt, dass das Rad blockiert. Wird das Kölbchen freigegeben kann sich das Volumen um wenige Kubikmillimeter vergrössern, der Druck sinkt, das Rad dreht wieder.
Jetzt ist für das Kölbchen Schluss mit lustig. Es wird von einer mächtigen feder entgegen dem Bremsdruck wieder in Richtung Ventil geschoben (bereits dabei steigt der Bremsdruck!), das Ventil geht auf und der Druckvom Bremszylinder wirkt wieder auf den Sattel.
Sollte also dieses Ventil, aus welchem Grund auch immer, auch wenn das ABS gar nicht "tut" nicht richtig öffnen kann die Bremsflüssigkeit nicht zurück. Nachdem das Alles mechanisch funktioniert wäre es starker Zufall und deshalb denke ich eher an eine "Verstopfung" und würde erst mal gründlich spülen.

Ach ja: Wenn Du im Regelbereich bist kannst Du ziehen wie Du willst, es tut sich nicht mehr. Die Kombination Reifen/Untergrund ist am Ende und kann nicht mehr Leistung übertragen. Falls es knallt warst Du schlicht und ergreifend zu schnell. Wobei das ABSII aufgrund seiner groben Regelung tatsächlich etwas Bremsweg verschenkt. In der Praxis ist es aber so, dass die Lenkbarkeit halbwegs erhalten bleibt und in der Summe die Vorteile grösser sind als die Nachteile.
Frag' mal einen Fahrer mit TKC80 und ABSiII G1 wie er sich fühlt wenn er bei überraschend eine Vollbremsung hinlegenwill/muss, der Reifen die Rückmeldung abgibt "gemach, ich habe Stollen!" und das Mopped sich mit "uup,uup,uup" auf das Hindernis zubewegt. Ist es eine Mauer so hatte der Fahrer keine Augen, ist es ein Fahrzeug, dann bremst dieses hoffentlich auch. Das Mopped ist jedenfalls lenkbar und der Adrenalinpegel hoch.
gerd
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