Teures Widerstandstuning?

Alles zur Technik der 1200er Boxermodelle.
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Mmickey
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Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Mmickey » Mi 30. Mai 2018, 12:16

Hallo Zusammen,

habe nach sehr erfolgreichen Verwenden eines 10K Widerstandes (KFR praktisch weg, bessere (nicht leicht ruckelige) Gasannahme gerade beim U-Turn oder Passfahrten doch mal wissen wollen, was der Markt in professionellen Sektor anbietet: Wunderlich verkauft seinen Performance Controller mangels Nachfrage für die Baujahre vor 2008 nicht mehr, so bin ich auf auf den Power Jet Controller, gestoßen, also bestellt. Gekommen ist dann ein „Procom Powerjet“ aus California, USA.

Als erstes muss lt. Anleitung das Teil nur an den Temperatursensor angesteckt werden. Dann misst das Teil vermutlich dessen Widerstand. Eine LED zeigt dann an, in welche Stellung das kleine Stellrad gebracht werden muss. Soll die Leute beindrucken?! oder die Box wird im Prinzip für viele Modelle verwendet und nur die Stecker / Buchsen sind unterschiedlich. Dafür ist eine Knopfzelle eingebaut, wenn diese leer ist, spielt es keine Rolle, da sie einmalig für den „Einmessvorgang“ für die Grundeinstellung zum Einsatz kommt. Damit ist sie in der Lage, verschiedene Widerstandswerte zum Motorsteuergerät anzubieten, das stellt man über das große Stellrad ein. Im kleinen Bereich fängt es bei 1,26KOhm an, das mehrstufige Rad kommt dann bis auf 14,5K hoch, einer der kleineren Bereiche ist 9,6K:

https://upload.picload.org/download/ima ... g_2143.jpg

Klar kann man sich denken, dass die einfache Machart durch nur Einschleifen in den Temperaturgeber nicht viel Intelligenz ausspucken kann, aber vermuten heisst nicht wissen, also mal schnell das Moped für eine Messfahrt vorbereitet:

https://upload.picload.org/download/ima ... g_2150.jpg

Auf der Fahrt verschiedene Einstellungen probiert, der Popo oder das Hirn signalisierten, dass sich der 9,6K Bereich gut anfühlt. Dann auch mal mit dem 10K Widerstand verglichen: Gleich gut! Daher dann mal den Anschluss zur Motorsteuerung abgeklemmt und dort während der Fahrt den Widerstandswert beobachtet: Hatte sich mittlerweile von 9,6 auf 8,9 herunter gearbeitet, blieb aber auf einer längeren Fahrt absolut konstant (!) ... hier am Ende der Fahrt:

https://youtu.be/k6yG0BvAQWk

Mit dem Oszi bzw. eingeschleiften Voltmeter könnte man das Ganze noch vertiefen, aber ich erwarte da keine erdrutschartigen anderen Erkenntnisse.

Da erscheint das Wiederstandstuning differenzierter zu sein, da der NTC seine Dynamik mit dem in Reihe geschalteten 10K Wiederstand behält. Da kann sich jetzt jetzt jeder seine Meinung bilden, ob 169 Euro für den, der das Löten nicht beherrscht und/oder eine Stecklösung bevorzugt, die Sache wert ist. Der 10K Widerstand kann es genau so gut und kostet gerade mal ein paar Cent. Die Box dürfte daher wegen der schönen Ausführung und den speziellen Steckern nicht mehr als 50 Euro kosten ... so meine Einschätzung.

Gruss
Mmickey

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gerd_
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von gerd_ » Mi 30. Mai 2018, 19:49

Ja
Vollkommenheit entsteht offenbar nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
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fred
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von fred » Mo 4. Jun 2018, 09:10

Hallo Gerd,
auch ich habe das R- tuning an meiner R1200 GS K25 Typ 0450 EZ 09/2009 verbaut, vor ca. 4 Wochen. Lief alles problemlos, bis vor 1 Woche, da fing der Leerlauf der Maschine an verrückt zu spielen. Egal ob bei einem Kaltstart oder bei warmen Motor passiert folgendes: Der Leerlauf wird vollkommen chaotisch. Er pendelt Sinusförmig zwischen Ausgehen und ca. 2500 U/min hin und her mit einem Interwall von ca. 0,5 Sekunden. Meßtechnisch die verbauten Bauteile überprüft , aber komplett unauffällig. Auch im Betrieb, also unter Last, keine Veränderungen der Bauteilwerte. Das Abschalten des Widerstandes ergibt keine kurzfristige Änderung des Laufverhalten. Erst nach ungfähr 1 Std. Maschine aus, verändert sich die Amplitude der Zeit, also die Schwingungen und wird auch langsam von der Intensität geringer. Auslesen des Fehlerspeichers ergab keine Einträge beim Freundlichen.
Worauf würdest Du das eigenartige Verhalten wohl zurück führen?

Freue mich auf Deine Nachricht und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Fred aus der Nähe Hannover

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gerd_
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von gerd_ » Mo 4. Jun 2018, 10:45

Hi
Tut mir leid aber ich kann da nicht helfen. Zum Einen weiss ich nicht was Du tatsächlich getan hast, zum Anderen sollte man sich im Klaren sein dass,- so man etwas tut- auch etwas schief gehen kann. Falls es hilft: Ein sachgemäss angeklemmter R dürfte nicht die Ursache sein.
gerd
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stef24

Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von stef24 » Mo 4. Jun 2018, 19:08

Ein sachgemäss abgeklemmter R(iemen) leistet auch keinen Widerstand mehr :mrgreen:

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kboe
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von kboe » So 10. Jun 2018, 16:40

Funktioniert Tuning bei den 1200ern wirklich so einfach?
Der Widerstand dürfte ja bloss der Einspritzung kältere Ansaugluft vorgaukeln?!?

Schon bei der Motronic 2.2, die bei den 1100ern Verwendung fand, findet man im www glaubhafte Hinweise, dass diese solche Änderungen mit der Zeit wieder ausregelt. Besonders mit Kat.
Gibts 1200er ohne Kat?
Für mich wäre es also durchaus logisch, dass so ein Würstelstand für 1 oder 2 Tankfüllungen eine Änderung bewirkt, danach sollte über die Lambda-Regelung wieder alles beim Alten sein.
Und wenn dann die Regelung irgendwo in eine Grenze reinfährt, könnte man durchaus mit "komischen" Dingen rechnen.

Just my 2 cts...

Gruß
kboe

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gerd_
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von gerd_ » So 10. Jun 2018, 17:17

Hi
Im mittleren Drehzahlbereich hast Du Recht.
Ab "irgendeiner" höheren Drehzahl/Last wird aber die Regelung ausgeschaltet und der Motor läuft nur noch gesteuert. Dabei bedeutet "Luft kalt" = "viel Sprit", die Lambdasonde hat nichts mehr zu melden.
Das Ganze hat -logisch- auch ein Ende. Ab Lambda 0,85 sinkt die Leistung rapide weil das Gemisch derart fett ist, dass es nicht mehr sauber gezündet werden kann.

Ältere unter uns kennen das: Quälte man den Käfer auf's Stilfser Joch, bemerkte man bereits unterwegs, dass etliche der wenigen Pferde fehlten. Ausserdem stank die Karre erbärmlich nach Sprit. Die Spritmenge blieb gleich, die Luft wurde dünner, somit das Gemisch fetter.
Heute lehren Turbodiesel dort den sportlichen Saugern das Fürchten.
http://www.powerboxer.de/theorie-techni ... der-praxis
gerd
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von kboe » So 10. Jun 2018, 20:24

Ah OK.
Das macht irgendwie Sinn....

Gruß
kboe

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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Mmickey » Di 12. Jun 2018, 11:46

Ja, funktioniert tatsächlich so einfach!

Die dritte Tankfüllung habe ich durch und das KFR ist nach wie vor weg, selbst wenn man "unsinnig" im niedrigen Gang durch eine 30er Zone durchfährt, das war vorher trotzt penibler Sync selbst im nächst höheren Gang supernervig. Daher habe ich mir jetzt die passenden Amp Stecker bzw. Buchse besorgt, den Widerstand direkt in die Buchse reingepackt, so dass er mechanisch voll geschützt ist und mit zwei Handgriffen auf Originalzustand wieder gegangen werden kann z.B. wenn das Moped verkauft wird. Und den Schalter nicht wieder verbaut, warum auch?

Mir ging es NICHT um Mehrleistung, sondern um KFR und um eine kältere Verbrennung, also Lebensdauer. Das lässt sich schön sehen, die Zündkerzen waren bereits nach einer Tankfüllung und "alter Lehre" rehbraun und nicht mehr weiss. Wenn es nicht so nervig mit den Bilderdiensten wäre, hätte ich die Bilder hier zum Vergleich gleich mit reingehängt. Als angenehmen Seiteneffekt läuft die Q angenehmer, viel Vertrauen wieder beim U-Turn oder in engen Kehren, da die Gasannahme ruckfrei, zuverlässig und seidig erfolgt. Ich hatte mir bei meiner leider immer noch nicht KFR freien 1150er angewöhnt, mit leicht betätigter Hinterradbremse und Gas, quasi mit Zug durch die Kehren zu fahren ... um den unerwünschten Lastwechseln zu entgehen ... bei der 1200er im jetzigen Setup kein Thema mehr.

Hat mit Esoterik nichts zu tun, dafür bin ich viel zu logisch gestrickt und bekomme gerade im technischen Bereich Dinge mit, die anderen offenbar gar nicht auffällt ... nicht immer gut! Es würde mir daher sicher auffallen, wenn das Moped wieder in sein altes Muster zurückfallen würde.

Mein Fazit: Funktioniert ohne jeden Zweifel auch über eine Tankfüllung hinweg!

Gruß
Mmickey

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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von gerd_ » Mi 13. Jun 2018, 13:01

Hi
Kann man so oder so sehen.
"Hauptsache mein KFR ist weg, sch..onegal ob die Abgaswerte noch stimmen oder nicht".
Nachdem Motorradfahren bei 99% der Fahrer unsinnig ist und nur dem Freizeitspass dient will ich über Abgas nicht sooo sehr diskutieren.
Haltbarkeit?
Dann hoffe ich mal, dass du nicht anlässt um "kurz in die Garage zu fahren", die 300 m zum Postkasten zu Fuss zurücklegst und den Motor immer erst schön warm fährst bevor Du ihn trittst.
Anders gesagt: Wenn man nicht mit Dauervollgas unterwegs ist gibt es zig Methoden wie man einen Motor ruinieren kann ohne ihn "zu heiss" zu fahren.
Einmal anlassen strapaziert auch einen warmen Motor mehr als etliche km "normale" Fahrt.
gerd
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Mmickey » Do 14. Jun 2018, 00:12

Nein, aus rein technischer Sicht kann man das nicht wirklich anders sehen. Moral oder Umwelt ... OK, da bin ich bei Dir, können wir gerne an anderer Stelle diskutieren. Die ASU hat zu mindestens mit verbauten Widerstand nur 0,02 bei erlaubten 0,3 erbracht, klar, das gilt nicht für den ganzen Fahrzyklus, wobei schwer vorzustellen ist, dass die Unterschiede nennenswert sind. Mehrverbrauch war bisher nicht festzustellen, lag bisher maximal im Bereich der üblichen Schwankungen aufgrund unterschiedlicher Randbedingungen, also zwei drei Zehntelliter.

Es geht mir dabei nicht vorrangig um Verschleiss durch Kaltstarts oder Kurzstrecke, sondern um potenzielle Motorschäden durch die aus meiner Sicht diskussionswürdige Auslegung, um auch das allerletzte an Abgas und Verbrauch rauszuholen. Diese Auslegung „fördert“ nebenbei das KFR. Der Widerstand macht den ganz kleinen, aber entscheidenen Unterschied, um den von den Ingenieuren vorrangig im Sinne von Verbrauch und Abgas optimierten Motor ein Stück weg von der „äußersten Kante“ wegzubringen, die nun rehbraune Kerze spricht für sich, das Verhalten des Motors sowieso.

Kurzstrecke gibt es bei mir nicht, auch wird der Motor immer warmgefahren, alles andere würde mir wehtun. Kaltstarts lassen sich nicht vermeiden. Vollgas gleich Autobahn ist schon vorgekommen, macht aber mangels Kurven wenig Freude.

Gruss Mmickey

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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von kboe » So 17. Jun 2018, 12:53

Mmickey hat geschrieben:
Do 14. Jun 2018, 00:12
....die aus meiner Sicht diskussionswürdige Auslegung, um auch das allerletzte an Abgas und Verbrauch rauszuholen.....

Gruss Mmickey
Ich würd jetzt mal davon ausgehen, dass das ganz genau vom Gesetzgeber vorgegeben ist. Wenn man sich die Dieselskandale der letzten Zeit so ansieht, hat noch NIE irgendein KFZ Hersteller irgendwelche Normen auch nur um Haaresbreite übererfüllt...

just my 2 cts...
Gruß
kboe

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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Mmickey » Fr 22. Jun 2018, 08:32

... die BMWler waren in den letzten Jahren zu mindestens immer ganz vorne, wenn es um den Verbrauch geht, Auto und Motorrad. Auch bei den „echten“ Abgasen im Vergleich zu den anderen Herstellern teilweise deutlich besser dabei.

Auch die neuen Autos, egal weklche Marke, fallen trotz Euro 6 nicht unangehm auf, wenn es um Laufkultur geht, ganz im Gegenteil. Klar merkt man es beim Motorrad eher, schon alleine durch die kleinere Masse und weniger Zylinder, Schwungmasse und Co, aber muss das sooo bescheiden sein?

Gestern längere Strecke mit zwei Tankstopps zurück gelegt, es ist ein Vergnügen trotz mittlerweile 77Tkm Laufleistung, dass das Moped nun ohne KFR und Ruckelei fährt.

Gruss
Mmickey

Lupusz
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Lupusz » Fr 22. Jun 2018, 17:50

Ich habe mit dem PowerCommander gute Erfahrungen gemacht.
Ich habe noch einen herumliegen - braucht den jemand?

Mit Schaltassistent, 2x Breitbandlambdasonden, Steuerkasten, AutoTune und PowerCommander Kabelbaum.

VG,
Christian

der niederrheiner
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von der niederrheiner » Fr 22. Jun 2018, 22:44

Nein Danke. Nett gemeint, aber keine meiner 1150er hat KFR. Und die alte 11er eh nicht. . .

Stephan

Mmickey
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Re: Teures Widerstandstuning?

Beitrag von Mmickey » Fr 14. Sep 2018, 14:17

Hi,

glaube ich nicht!

Ich glaube eher, dass unterschiedlich gefahren wird und / oder bestimmte Naturen es einfach nicht merken. Ich habe in den letzten Jahren sicherlich 20 GSen und Rs gefahren, von der 1100 über die 1150 bis jetzt zur 2006er 1200. Da war KEINE dabei, die es nicht hat, wenn auch verschieden stark. Meine 1150er hatte ich penibel eingestellt, mit gesteckten gelben Stecker eine Katastrophe, ohne ging es. Die 1150er R in unserem Fuhrpark dagegen ist der Hinsicht ein Traum, nur minimal zu bemerken.

Was nach 2006 war, kenne ich nicht wirklick, kann also nix dazu sagen. Hatte vor 4 Wochen Gelegenheit, für eine Stunde eine 2 Jahren alte LC zu fahren ... da hatte ich nichts feststellen können ... war da allerdings über die Freude an Mehr-Power ziemlich digital unterwegs ;) .

Gruss
Mmickey

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